Wir waren ein wenig von der Außenwelt abgeschnitten, daher erst jetzt unser Reisebericht, aber besser spät als nie.
1. Teil – Von HH über Dubai über Melbourne nach Auckland
Die Flüge waren in Ordnung. Emirates + Teile der Flugbegleitung sind nur zu empfehlen. Haben ein super Entertainment System an Board, da kann man jede Menge Filme a la Casino Royal angucken, wenn man nicht schlafen kann. Ich konnte nicht schlafen, die Sitze sind einfach nicht für Menschen über 1,80 gemacht.
Sauber in Dubai gelandet. Erster Eindruck, ein riesiger Viehmarkt nur ohne Vieh. Alles voller Araber und alle zwei Sekunden eine Durchsage. Es folgt der erste Höhepunkt der Reise – Mathis verliert seine Rückflugtickets, während er noch mal den Weg absucht, labert mich eine Inderin voll, leider verstehe ich kein Wort. Hatte das Gefühl die versuchte eines ihrer acht Kinder an mich zu verschachern – hab mich aber blöd gestellt, dann hat sies irgendwann aufgegeben. Als ich später noch auf der Toilette war, hab ich zwei Sachen festgestellt – 1. Araber interessiert es nicht, wenn Du die Tür hinter Dir abschließt, die kommen trotzdem rein (gehen aber auch wieder, wenn man sich mit Händen und bösen Blicken zu verständigen weiß) 2. Asiaten sind ganz schön widerlich – entweder haben die alle Probleme mit den Nebenhöhlen oder Hochziehen und Ausspucken ist bei denen eine Kunstform.
Abgesehen davon war noch zum einen erwähnenswert, dass ich mit 20cm Abstand der Größte Mensch auf dem ganzen vollbesetzten Flughafen war. Zum anderen mussten wir leider davon absehen, Änis Sightseeing-Tipps nachzugehen, weil es auch noch um 02:00 Uhr nachts gefühlte 50 Grad sind. Wir waren mit langen Hosen, geschlossenen Schuhen und jeweils zwei Taschen sowohl overdressed als auch overpacked und haben, nachdem wir nach drei Schritten bereits vollständig durchgeschwitzt waren, von weiteren Versuchen Dubai zu erkunden abgesehen.
Nach zwei weiteren Flügen und dreißig Kontrollen waren wir dann in Auckland angekommen.
2. Teil – Von Auckland nach Palmerston North
Die Neuseeländer sind ein lustiges Völkchen. Die strengsten Kontrollen gelten nicht Feuerwaffen oder Drogen, sondern Lebensmitteln, die der heimischen Flora gefährlich werden könnten. Also wurden mir bei der Einreise sofort meine Bananen und Äpfel abgenommen – is ja auch echt heißer Shit.
Haben dann Dominik getroffen, einen Bayern, der kurz vor der Heimreise steht. Der hat uns Auckland gezeigt und uns bei sich übernachten lassen. Das war auch bitter nötig, in unserem Zustand wäre der vorherrschende Plan – Auto abholen und 20 km nach südlich von Auckland im Linksverkehr fahren – vermutlich tödlich abgelaufen…
Sind dann am nächsten Tag gut ausgeruht losgefahren. Hatten tolles Wetter. Die Landschaft ist tierisch abwechslungsreich. Die Straßen übrigens auch – keine 20km ohne Kurve. Zuerst durch eine grüne hügelige Landschaft gefahren, in der man wahlweise Hobbits oder Teletubbies erwartet, viele kleine Städtchen durchfahren, die einen an die USA oder Kanada erinnern und meistens eine Holzschnitzerei als Wahrzeichen haben, viele tropische Pflanzen und Palmen gesehen, wie auf Hawai, wunderschöne Seen mit kleinen Inseln und Bergen im Hintergrund, keine 50km weiter Steppe und Tundra und Berge die bis in die Wolken reichten. 2. Highlight der Reise – wir passieren ein 5x5 Schild „EXTREME CAUTION“ – Ich zu Mathis „Jetzt mal vorsichtig!“, Mathis „Warum?“. …verrückt…
Erst am Ende hat uns der Regen einfangen, aber wir sind gut durchgekommen und haben auch sicher zu Wayne gefunden.
3. Teil – Von Wayne und Palmerston North
Ein wenig erschöpft, aber heile angekommen. Wayne und seine beiden jüngeren Kinder Kiah (8) und Callum (14) kennengelernt. Erster Eindruck: hier steht aber verdammt viel Zeug rum und warum ist denn hier alles auf 5 Grad runtergekühlt?
Das ganze Haus steht voller Zeug, wie kurz nach einem Umzug und normale Heizungen gibt es nicht – nur Heizlüfter. Naja, egal. Wo sind denn unsere Betten? Ach, noch nicht fertig…naja, dann schauen wir halt mit den Kindern fern. Mathis pennt bei der Gelegenheit ein – ich kann mich nur wach halten, weil Hitch im TV läuft und dort Eva Mendez mitspielt. Anschließend essen wir innerhalb von einer halben Stunde zweimal zu Abend dann verziehen wir und in unsere Zimmer. Immerhin müssen wir uns nicht in den Schlaf zittern, es gibt beheizte Bettlacken.
Auch die Tage darauf ändert sich da Bild nicht wirklich. Der Wayne ist ein netter, aber ziemlich verpeilter Kerl, die Wohnung ist nur unzureichend beheizt und es gibt kein Internet. Die Uni haben wir gestern das erste Mal besucht. Alle sehr nett und hilfsbereit, haben auch gleich den ersten Deutschen getroffen (studiert hier schon 6! Jahre…). Wir müssen noch die restlichen Kurse wählen und Donnerstag / Freitag sind schon die Orientation-Days für Foreign Students, da werden wir wohl noch ein paar andere treffen.
4. Teil – Das Fazit
Wir sind noch ein wenig argwöhnisch, ob der Wayne das Internet organisieren kann, wie er’s versprochen hat und ob wir wirklich die gesamten 5 Monate bei 5 Grad und Feuchtigkeit verbringen wollen. Wir hätten schon ein paar Verbesserungsvorschläge, z.B. bezüglich der Einfachverglasung der Fenster oder des zweilagigen Klopapiers oder der auf Kniehöhe angebrachten Spiegel und Armaturen (mehr mein Problem, als das von Mathis)… Stadt und Uni gehen aber soweit in Ordnung und der Kiwi-Akzent überfordert uns nur gelegentlich.
Wir schließen mit ein paar persönlichen Anmerkungen:
@Julian: Hier fahren – besonders im Norden – viele gepimte Karren und kultige Oldtimer durch die Gegend, würde Dir bestimmt gefallen.
@ Äni: Die vorherrschende Marke ist Billabong – und hier wimmelts es von Golfplätzen
@ Frances: Wir sind weiter im Osten, als Du es jemals warst :-)
@ Mara: Vorsicht! Trockensalamis werden vom Zoll sofort einkassiert…
@ Torben: In Dubai hättest Du Gardemaß!
@ Marc: Haben heute einen Lappen getroffen – der war hackenstramm und meinte er wäre Lucifer…
@ Euch alle – lasst es Euch in der Heimat weiterhin gut gehen. Wir halten Euch auf dem Laufenden.